PRS Berlin holt sich den Sieg im BEBA-Cup

PRS Berlin holt sich den Sieg im BEBA-Cup

Juli 17, 2026 Aus Von admin

Titelfoto: Ringo Schneider –

Stärkstes Starterfeld der Veranstaltung

Das BEBA-Cup-Feld erstarkte beim Bavarian 24h. Mit elf Startern war es zahlenmäßig die größte Klasse am Start, und die neuen Teams setzten allesamt ihre Duftmarken.

PS Racing p.b. Protect Autoglas hämmerte die #4 sogar ins Top-12-Qualifying. Zwar verfügte das Team bereits über die Erfahrung einer kompletten GTC-Saison im Vorjahr, startete 2026 in Wackersdorf jedoch erst in sein erstes Saisonrennen.

Foto: Kathrin Wagner

Mit P13 im Qualifying 1 schrammte ein weiteres neues Team nur knapp an den Top 12 vorbei: die #11 Kartshop-XL by BAT Motorsport mit einem GoldKart. Das Projekt wurde von Marco Nuber (Schall Racing) angeschoben und unterstützt, der in Wackersdorf sogar ein Doppelprogramm auf der #16 und der #11 absolvierte.

PCH Racing brachte mit der #97 ein weiteres neues Team an den Start, genauso wie die #2. Nomen est omen: Mission: Bavarian 24h. Ein Zusammenschluss einzelner Fahrer, die alle einen Teamplatz für das Jahreshighlight der GTC gesucht hatten, bildete nun ein Team, das das GTC-Promokart mit der Live-Cam bewegen durfte. Eigentlich eine Mission Impossible, hier ein gutes Resultat zu erwarten. Doch trotz aller Unerfahrenheit und kleinerer Probleme tauchte das Team nach der ersten Rennstunde bereits auf Rang fünf im BEBA-Cup auf.

Foto: Corelie Visser

Startchaos fordert erste Opfer

Erfahrungsgemäß sorgt gerade diese Klasse für die meisten Zwischenfälle, Zeitstrafen und technischen Probleme. Klar, Teams und Fahrer müssen sich erst mit den Anforderungen der Langstrecke vertraut machen. Erfahrung ist dabei die halbe Miete.

So erinnerte man sich bereits in der Einführungsrunde an einen Kniff, den die Fahrschule Bolz Anfang der 2000er-Jahre anwendete. Sie fuhr beim Start und jedem Restart kurz vor der Freigabe durch die Boxengasse, um sich hinten anzustellen. Ziel dieser Aktion? Sich definitiv aus jedem Gerangel herauszuhalten und keine Schäden zu provozieren. Damals wurde das Team mit dieser Taktik Gesamtzweiter.

In der Einführungsrunde 2026 kam auch der Cup-Polesetter vor der Startfreigabe in die Box und reihte sich wieder hinten im Feld ein. Der Grund war allerdings ein anderer: Mit randvollem Tank und dem Kart in der prallen Sonne der Startprozedur bekam der Tank “dicke Backen”, und die Tankdeckeldichtung quittierte ihren Dienst. Das Problem war schnell behoben, und man startete aus der letzten Reihe.

Foto: Ringo Schneider

Eventuell war das gar nicht so schlecht, denn das erwartete Getümmel in der ersten Rennrunde forderte prominente Cup-Opfer. Erste Runde, Turn 4, drei Karts nebeneinander. Vorne gab es Meinungsverschiedenheiten über die Vorfahrt, weiter hinten musste ausgewichen werden, wo kein Platz mehr war. Als sich die Staubwolke legte, standen die #46 NXT Motorsport (die BEBA-Academy-Piloten des Vorjahres) und die #3 – deren Nachfolger im Academy-Team. Zwar schafften es beide aus eigener Kraft in die Box, parkten dort aber über 20 Runden, bevor die Karts wieder einsatzbereit waren.

Spannender Dreikampf an der Spitze

Nach der ersten Rennstunde führte #77 KUB Racing vor der #11 Kartshop-XL und der #4 PS Racing. Dahinter lauerten PCH Racing (#97) und Mission Bavarian 24h (#2). Die #3 lag nach der Reparatur auf Gesamtrang 32 (-21 Runden), die #46 NXT Motorsport auf Rang 33 (-22 Runden).

Nach drei Stunden grüßte CFR Motorsport (#99) von der Spitze, dicht gefolgt von KUB Racing und PRS Berlin. Mit etwas Abstand folgten das Academy-Team von Honda Spirit (#23) und PCH Racing (#97).

Foto: Corelie Visser

Bis zur neunten Rennstunde gab es ein munteres Wechselspiel an der Spitze. KUB und PRS schenkten sich nichts, während CFR leicht abreißen lassen musste. Alle weiteren Teams hatten bereits deutliche Rückstände. Die #46 hatte sich inzwischen auf Rang sieben im Cup vorgearbeitet, der Rückstand auf die Spitze betrug jedoch weiterhin 21 Runden.

Zwischenfälle prägen das Rennen

Die Liste der Zwischenfälle war zu diesem Zeitpunkt bereits gut gefüllt:

  • #97 PCH Racing: Stop-and-Go wegen Überfahren der Haltelinie
  • #11 Kartshop-XL: Ausfall auf der Strecke, SC-Kart, Motorbockschraube
  • #23: Krümmer gerissen
  • #4: Ausfall auf der Strecke, SC-Kart, vermutlich kein Benzin
  • #97 PCH Racing: Drei Minuten Strafe wegen fehlender Gewichtserfassung an der Waage
  • #11 Kartshop-XL: Stop-and-Go wegen Pylone bei der Boxeneinfahrt
  • #25 Semi Seco Racing: Bremsprobleme, anschließend Tausch des Hauptbremszylinders
  • #25 Semi Seco Racing: Stop-and-Go wegen Untergewichts

Schreckmoment im Highspeed-Bereich

Etwa eineinhalb Stunden später folgte ein Schreckmoment – nicht nur im BEBA-Cup.

Im Highspeed-Abschnitt am Ende der Start-Ziel-Geraden kam es offenbar beim Überrunden zu einem Missverständnis. Racoon Racing setzte zum Überholen an, während die #23 in die schnelle Rechtskurve einlenkte. Vorderrad gegen Hinterrad – keine gute Idee in diesem Streckenabschnitt. Beide Karts schlugen heftig rückwärts in die Airfences ein.

Foto: Ringo Schneider

Racoon Racing konnte schnell weiterfahren, während die #23 zunächst unter den Schaumstoffblöcken “ausgebuddelt” werden musste. Kurze Zeit später folgte die Entwarnung: Beide Fahrer waren unverletzt, und selbst die Karts konnten nach nur kurzen Reparaturen das Rennen wieder aufnehmen. Die anschließende Safety-Car-Phase nutzten einige Teams zum Reifenwechsel.

KUB Racing scheint auf Siegkurs

Die #70 kam erst kurz nach der Halbzeit zum Reifenwechsel in die Box. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Team zwei Runden Rückstand auf KUB Racing und wollte nun mit frischen Pneus zur Aufholjagd blasen. Doch KUB Motorsport zeigte ein bärenstarkes Rennen und führte den BEBA-Cup zur Halbzeit sogar auf dem 11. Gesamtrang an.

CFR Motorsport lag als Dritter drei Runden zurück und war damit noch nicht ganz abgeschrieben.

Die Aufholjagd der #70 geriet in den frühen Morgenstunden jedoch ins Stocken. Erst lockerte sich eine Motorbefestigung, später die Lenksäule.

Nach 18 Stunden führte KUB Racing mit drei Runden Vorsprung auf PRS Berlin. Dahinter folgte CFR Motorsport weitere drei Runden zurück. PCH Racing lag auf Rang vier, NXT Motorsport auf Rang fünf. Deren Rückstand betrug immer noch 22 Runden – exakt die Anzahl an Runden, die sie nach dem Startcrash verloren hatten.

Dramatik kurz vor Schluss

Später Vormittag, noch drei Stunden bis zur Zielflagge. KUB Racing führte weiterhin souverän mit drei Runden Vorsprung. Und dann der Hammer.

Foto: Jörg Stührwohldt f8-media

Wie zuvor bereits in der Top- und Trophy-Klasse strandete auch der Spitzenreiter des BEBA-Cups kurz vor Schluss. KUB Racing rollte mit einem gebrochenen Rahmen in die Box.

Und wer war als Erster zur Stelle? Der direkte Verfolger PRS Berlin in Person von Teamchef Stefan Jeske, der sein Schweißgerät bereits an der #77 positioniert hatte, bevor das Kart überhaupt zum Stehen kam. Auch die benachbarte PCH-Mannschaft (P4) half sofort mit. Zwar scheiterte der erste Reparaturversuch – der Rahmen brach bereits nach einer Runde erneut –, doch der zweite Versuch hielt. Die #77 konnte das Rennen beenden.

Die Aktion kostete allerdings insgesamt mehr als zwölf Runden. Damit übernahm PRS Berlin die Führung. CFR Motorsport rückte auf Rang zwei (+6 Runden vor KUB), KUB Racing fiel auf Platz drei zurück.

PRS feiert den ersten Bavarian-Sieg

Durch den Trubel in der Box ging ein weiterer Unfall beinahe unter. NXT Motorsport kämpfte um jeden Zentimeter, um eventuell noch Rang vier oder sogar Rang drei zu erreichen. Dabei übertrieb man es etwas und verursachte einen Unfall mit drei weiteren Karts. Zumindest sah die Rennleitung NXT als Hauptverursacher. Ohne größeren Schaden musste das Team eine Strafminute absitzen, während die #23 zusätzlich eine verbogene Hinterachse richten musste.

Foto: Jörg Stührwohldt f8-media

So fuhr die PRS Berlin e. V. im ADAC ihren ersten Klassensieg beim Bavarian 24h ein und machte gleichzeitig einen großen Schritt in Richtung BEBA-Cup-Titel.

CFR Motorsport freute sich über ein starkes Rennen und Rang zwei, während KUB Racing auf Platz drei verständlicherweise etwas geknickt war. PCH Racing lieferte bei seinem Debüt einen starken vierten Platz ab. Rang fünf erreichte die #46 von NXT Motorsport. Deren Rückstand auf die Spitze? Exakt 21 Runden. Ohne den Startcrash hätte das Rennen wohl ganz anders aussehen können. Hätte, hätte, Fahrradkette – davon kann sich weder NXT noch KUB etwas kaufen.

Meisterschaft: PRS baut Vorsprung aus

Die Sonderwertung der letzten sechs Rennstunden sicherte sich ebenfalls PRS Berlin vor CFR Motorsport. Rang drei ging an die #11 Kartshop-XL by BAT Motorsport mit ihrem GoldKart.

Für die Meisterschaft bedeutet dieses Ergebnis einen großen Schritt: PRS Berlin baut den Vorsprung auf NXT Motorsport auf nun 33 Punkte aus. KUB Racing bleibt auf Rang drei und liegt weitere neun Punkte dahinter. CFR Motorsport macht einen Sprung von Platz sieben auf Rang vier und hält nun 175 Punkte.

Foto: Katrin Axmann