Schall Racing zurück in der Erfolgsspur

Schall Racing zurück in der Erfolgsspur

Juli 17, 2026 Aus Von admin

Titelfoto: Jörg Stührwohldt f8-media –

Trophy-Pole für PCH Racing – ZAP 152 mit Problemen im Qualifying

In der ADAC Trophy beim Bavarian 24h durfte man auf eine Überraschung hoffen. Schließlich hatte ZAP 152 als Trophy-Team das 16h-Rennen in Oppenrod als Gesamtsieger beendet. Gelingt ZAP 152 eventuell beim Bavarian 24h die Sensation?

Doch zunächst setzte der GTC-Neuling von PCH Racing die erste Duftmarke. Als einzige Trophy-Mannschaft durfte sich die #96 über die Teilnahme am Top-12-Qualifying freuen und damit um die Gesamt-Pole fighten. Dieses Qualifying-Format war für PCH Racing Neuland. Zehn Strafsekunden wegen eines Wechselfehlers warfen die #96 auf den 10. Startplatz zurück. Dennoch: Das war die Trophy-Pole.

Foto: Ringo Schneider

Die nächsten Verfolger starteten von P15 FaF Racing, P16 Schall Racing und nur P18 für ZAP 152. Hier haderte man mit der Abstimmung beziehungsweise den Reifendrücken im Q1.

Der Race-Speed gestaltete sich bei der #152 anschließend deutlich besser.

Chaos in der ersten Runde

Um 14 Uhr ging es auf die Reise. Dabei befanden sich fast alle Trophy-Teams in den gefährdeten Positionen des Mittelfelds, wo die Gefahr groß war, im Startgerangel einen Treffer abzubekommen – gerade bei der gewählten Startmethode in Zweierreihe.

Und so kam es dann auch. Bereits in Turn 4 kam es zu einem Gerangel mit Rückstaueffekt, bei dem mehrere Karts strandeten. Mit dabei auch der Pole-Setter, der zwar weiterfahren konnte, aber ans Ende des Feldes zurückfiel und später zusätzlich noch den Heckauffahrschutz richten musste.

Auch die #52 von FaF Racing ließ Federn. Man konnte den Speed nicht mitgehen, während sich ZAP 152 relativ schnell nach vorne arbeitete. So übernahm Schall Racing zunächst die Führung, dicht gefolgt von ASL Racing und ZAP 152.

FaF Racing findet den Fehler

Bei den ersten planmäßigen Boxenstopps machte sich FaF Racing auf die Suche nach dem Problem und wechselte auf den zweiten Satz Reifen. Sofort war man um fast eine Sekunde schneller – der Speed war wieder da. Trotzdem handelte man sich durch den Reifenwechsel zwei Runden Rückstand ein. Der Grund für den unbrauchbaren ersten Reifensatz war schnell gefunden: Man hatte schlichtweg vergessen, bei einem Reifen den Aufpressdruck abzulassen, und war mit knapp 4 bar auf die Strecke gegangen.

Foto: Corelie Visser

Nach drei Stunden lag nun ZAP 152 vorn und konnte sich langsam, aber sicher vom restlichen Trophy-Feld absetzen. Die Set-up-Änderungen nach dem Qualifying brachten eine deutliche Verbesserung, und man mischte sogar unter den Top 5 des Gesamtklassements mit. Schall Racing by ADAC Südbayern folgte in Schlagdistanz, während PCH Racing und alle anderen bereits mit Rundenrückstand unterwegs waren.

Je länger das Rennen dauerte, desto größer wurde der Vorsprung von ZAP 152. Nach sechs Stunden waren es bereits zwei Runden auf Schall Racing, nach neun Stunden sogar vier. Erst ab Mitternacht und speziell mit frischen Reifen konnte dieser Trend gestoppt, aber nicht mehr gedreht werden.

Halbzeit: ZAP 152 dominiert

Zur Halbzeit führte ZAP 152 mit vier Runden Vorsprung auf Schall Racing. Es folgten FaF Racing (-11 Runden), der MSC Oberflockenbach #33 (-14 Runden) und ASL Racing. PCH Racing konnte keine wirkliche Aufholjagd starten. Mehrere kleinere Probleme sowie eine Stop-and-Go-Strafe wegen Untergewichts stoppten jedes Mal den Vorwärtsdrang.

Foto: Katrin Axmann

Ansonsten war es bis dahin ein ruhiges, aber schnelles Trophy-Rennen. Sowohl die #152 als auch die #16 tummelten sich permanent in den Top 10 des Gesamtklassements.

Für Schall Racing war das bereits eine riesige Erleichterung. Schließlich war das letzte Rennen in Oppenrod ein Desaster. Man drehte sich im Kreis, probierte verschiedene Set-ups, Motoren, Hinterachsen und Reifensätze, doch der Speed war vollkommen abhandengekommen. Am Ende belegte man die letzten Plätze im Ranking der schnellsten Rennrunden. In Wackersdorf fand man mit einem anderen Rahmen zurück in die Erfolgsspur und konnte nun wieder um den Trophy-Sieg kämpfen.

Da die Verfolger in der zweiten Rennhälfte den Speed von ZAP 152 mitgehen konnten, blieben die Rundenabstände bis zur 19. Rennstunde nahezu konstant.

Drama bei ZAP152

Dann der Schock für den bis dahin souveränen Spitzenreiter: Der Krümmer war gerissen, woraufhin man sich entschloss, die komplette Antriebseinheit zu tauschen. Aus vier Runden Vorsprung wurde innerhalb kurzer Zeit ein Rückstand von einer Runde – Schall Racing übernahm die Führung.

Foto: Jörg Stührwohldt f8-media

Schall Racing bringt den Sieg nach Hause

In den verbleibenden fünf Rennstunden tat sich tatsächlich nicht mehr viel. Zwar schwankte der Vorsprung je nach Boxenstopps zwischen einer und zwei Runden, auf der Strecke konnte jedoch keines der Trophy-Teams entscheidend Boden gutmachen. Da auch der Defektteufel bei keiner Trophy-Mannschaft mehr zuschlug, holte sich Schall Racing by ADAC Südbayern zum ersten Mal den Klassensieg beim Bavarian 24h – mit einer Runde Vorsprung auf ZAP 152. Platz drei ging an FaF Racing (-4 Runden) vor dem MSC Oberflockenbach (-12 Runden) und PCH Racing auf Rang fünf.

Ein Blick auf die Sonderwertung der letzten sechs Rennstunden zeigte jedoch, dass das Rennen ohne die geschilderten Probleme auch ganz anders hätte ausgehen können. Hier siegte FaF Racing vor Schall Racing und PCH Racing auf Rang drei.

Meisterschaft rückt enger zusammen

Für die Meisterschaft bedeutet dieses Ergebnis: Schall Racing ist wieder voll im Titelkampf dabei. Die ersten vier Teams bleiben zwar in derselben Reihenfolge, rücken aber noch enger zusammen. ZAP152 führt mit 238 Punkten vor FaF Racing (219) und Schall Racing (215).

Foto: Ringo Schneider